Durchs Reden kommen d'Leut zam

Über 100 KollegInnen haben am Interkulturellen Online-Dialog am 18. August 2020 teilgenommen und griffen bei den vermeintlichen Unterschieden zwischen den Deutschen und ÖsterreicherInnen tief in die Vorurteilskiste.

Pünktlich versus gemütlich

Gemeinsam mit Dirk Stermann, Mieze Medusa, Sylvia Hahn und Tanja Pfaff-Röders wurden persönliche Erfahrungen ausgetauscht und stellten das Gemeinsame vor das Trennende. Zu Beginn des Online-Events wurde eine Mentimeter-Umfrage durchgeführt, um gängige Zuschreibungen bei den KollegInnen zu erfragen und diese in der Gesprächsrunde zu hinterfragen. Die Ergebnisse waren relativ eindeutig und die Stereotype nach wie vor stabil: Pünktlich, genau und korrekt, lauten die drei am häufigsten genannten Assoziationen zu typischen Deutschen und gemütlich, grantig und gesellig zu typischen ÖsterreicherInnen.

Schau’ma mol

„Treffen wir uns gleich da“, so könnten lt. Dirk Stermann viele deutsch-österreichische Liebesbeziehungen bereits im Anfangsstadium gescheitert sein oder „schnorrst du mir eine Zigarette? Eine Frage, bei der Missverständnisse vorprogrammiert sind“, so der gebürtige Duisburger zu den kleinen aber feinen umgangssprachlichen Unterschieden. Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschen und ÖsterreicherInnen sind Tanja Pfaff-Röders, Abteilungsleitung Personalentwicklung (ÖBB Konzern), bestens vertraut. Die gebürtige Göttingerin lebt seit 1989 in Österreich, ist mit einem Niederösterreicher verheiratet und ist seit 2018 bei den ÖBB tätig. „Kleine Sticheleien gegen Deutsche sind wie das Necken eines großen Bruders. Und das wird wohl auch nicht langweilig“ sagt sie. „Trotz aller Neckereien und Unterschiede braucht es letzten Endes die gemeinsame Ausrichtung auf das Ergebnis. Ich bin überzeugt: je bunter die Zusammensetzung, umso erfolgreicher ist das Team“, ergänzt Tanja Pfaff-Röders.  
 
Abgerundet wurde das Event mit einem Poetry-Slam der ganz besonderen Art.

Mieze Medusa hat auf humorvolle Art demonstriert / geslammt, welche Unterschiede es u.a.im sprachlichen Gebrauch der Möglichkeitsform gibt.