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Menschen mit Demenz im öffentlichen Verkehr - Ergebnispräsentation

Demenzerkrankungen erkennt man nicht auf den ersten Blick, oft aber auf den zweiten. Dabei spielen scheinbare Kleinigkeiten im Verhalten von zumeist älteren Menschen eine große Rolle. Stress, Unsicherheiten, Verwirrtheit und Orientierungslosigkeiten - kurzum ungewöhnliches Verhalten - können Anzeichen dafür sein.

Schätzungen zufolge lebten 2014 in Österreich 130.000 Menschen mit Demenz. Aufgrund des kontinuierlichen Altersanstiegs in der Bevölkerung wird bis zum Jahr 2050 von einer Verdoppelung des Anteils ausgegangen. Insbesondere das Unterwegs sein stellt Menschen mit Demenz vor Herausforderungen. Um sich im öffentlichen Verkehrsnetz zurechtzufinden und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut und sicher unterwegs zu sein, braucht es entsprechender Fähigkeiten (u.a. sensorischer, körperlicher Leistungsfähigkeit) oder Unterstützung, wenn diese nicht mehr gegeben sind. In Gesprächen mit betroffenen Personen, An- und Zugehörigen sowie Mitarbeitenden in öffentlichen Verkehrsunternehmen wurden viele herausfordernde Situationen geschildert, Erfahrungen eingebracht, Lösungsansätze erarbeitet und in einer Studie veröffentlicht.

ÖBB - Mitwirkung an Studie

Im Zuge von Fokusgruppengesprächen und Experteninterviews haben KollegInnen der ÖBB ihre Erfahrungen im Umgang mit Reisenden mit Demenz geschildert und wichtige Erkenntnisse für die Studie beigesteuert.

Studienpräsentation am 30.1. in der ÖBB-Zentrale

VetreterInnen aus dem Sozialministerium, der Wissenschaft und KollegInnen der ÖBB haben sich am 30.1. zusammengefunden, um die Ergebnisse der Studie zu diskutieren. Den Tenor der Veranstaltung legte Günter Wenzina, Konzernpersonalchef (ÖBB-Holding AG), bereits in der Begrüßung fest: "Das Thema betrifft jeden von uns und wird u.a. aufgrund des demografischen Wandels künftig eine noch größeren Bedeutung bekommen", so Günter Wenzina.

Bezüglich Letzterem bestätigt Manfred Pallinger, Sektionschef BMASKG, die steigende Relevanz: "bei der Feststellung des Pflegebedarfs wird mittlerweile bei mehr als 30 % Demenz als Grund für ein Ansuchen angegeben", so Pallinger.

Podiumsrunde

Um auch Hintergründe zur Forschung und die Ergebnisse aus unterschiedlichsten Blickwinkeln zu betrachten, diskutierten in der zweiten Hälfte Martin Schmutz (ÖBB-PV, Leitung Vertrieb & Costumer Care), Magdalena Arrouas (Abteilungsleiterin BMASKG), Katharina Heimerl, (Studienautorin, Uni Wien), Bente Knoll (Studienautorin, GF B-NK GmbH) unter der Moderatorin von Karin Bauer (Leiterin Karrierenstandard) am Podium.


Dabei wurde seitens Martin Schmutz (ÖBB-PV) hervorgehoben, dass im Umgang mit Reisenden mit Demenz „vor allem die menschlichen Schnittstellen wichtig sind“ und trotz aller digitalen Innovationen (im Vertriebssystem) auch die persönliche Unterstützung notwendig ist und bleibt:
"Für die Verbindung der digitalen und analogen Welt muss unser Unternehmen stehen", so Martin Schmutz und ergänzt "wir verkaufen keine Tickets sondern Reisen und müssen im Umgang mit unseren Reisenden auch so handeln."

Barrierefreies Reisen mit den ÖBB

Als Österreichs größter Mobilitätsanbieter ist es Ziel der ÖBB, allen Kundinnen und Kunden ein bequemes Reisen mit der Bahn zu ermöglichen. Über eine Million Menschen in unserem Land sind in ihrer Mobilität vorübergehend oder dauerhaft eingeschränkt. Das umfasst Menschen mit Behinderungen genauso wie ältere oder gebrechliche Personen. Um dieser Kundengruppe möglichst komfortable Reisemöglichkeiten zu bieten, investieren die ÖBB laufend in Barrierefreiheit.

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