* 9. Jänner 1807 in Wien
† 30. Oktober 1881 in Wien
Mathias Ritter von Schönerer studierte nach Absolvierung der Realschule am Polytechnischen Institut in Wien in den Jahren1822–24 Physik, Höhere Mathematik, Praktische Geometrie und Zeichnen geometrischer Pläne.
Nachdem Franz Anton von Gerstner im Jahr 1828 entlassen worden war, vollendete der noch sehr junge Mathias Schönerer bis 1832 trotz finanzieller und technischer Schwierigkeiten den Bau der Pferdeeisenbahnlinie von Budweis nach Linz und verlängerte diese 1836 bis Gmunden am Traunsee.
1837 trat er als technischer Direktor der Wien-Raaber-Eisenbahn-Gesellschaft eine einjährige Reise zum Studium des Eisenbahnwesens nach Westeuropa sowie in die USA an.
Zurückgekehrt, leitete er den Bau der Strecke Wien–Gloggnitz, fungierte ab deren Vollendung 1842 als Betriebsdirektor, bzw. ab 1846 als Baudirektor bis zur Verstaatlichung der Gesellschaft im Jahre 1853.
1840 gründete er deren erste Werkstätte in Wien, die später zur ersten Lokomotivfabrik Österreichs der Staatseisenbahngesellschaft (STEG) erweitert wurde. Ferner projektierte und leitete er den Bau der Zweigstrecke Mödling–Laxenburg, um Schloss Laxenburg für das Kaiserhaus leichter erreichbar zu machen. Ebenso wickelte er den Bau der Strecken Wien–Bruck an der Leitha–Neu Szöny sowie Wiener Neustadt–Ödenburg ab. Im Jahr 1841 war er für den Bau des ersten österreichischen Eisenbahntunnels bei Gumpoldskirchen, den sogenannten „Busserltunnel“ - mit nur 156 m Länge - verantwortlich, dessen Nordportal auch Schönerers Motto: „Recta sequi“ („Folge der Geraden“) trägt. Während des Krieges 1848/49 organisierte er die ersten in der Monarchie per Bahn durchgeführten Militärtransporte, was eine beachtliche Beschleunigung der Truppenverlegungen mit sich brachte.
Ab 1856 gehörte er dem Verwaltungsrat der Kaiserin Elisabeth-Bahn Wien – Salzburg an, ab 1867 dem der Kaiser-Franz-Josephs-Bahn an.
Für seine Verdienste um den Eisenbahnbau wurde Schönerer am 16. Dezember 1860 von Kaiser Franz Joseph I. in den erblichen Ritterstand erhoben.