Wilhelm Freiherr von Engerth

Entwickelte die erste Gebirgslokomotive

* 26. Mai 1814 in Pleß, Bayern
† 4. September 1884 in Leesdorf, NÖ

Wilhelm Freiherr von Engerth

Wilhelm Freiherr von Engerth studierte zunächst Architektur und dann Maschinenbau am k.k. Polytechnischen Institut in Wien. Nach seinem Studium ging er als Architekt nach Galizien, wo er zahlreiche Aufträge erhielt. Später kehrte er nach Wien zurück, um sich dem Maschinenbau zu widmen, und wurde Assistent der Mechanik am k.k. Polytechnischen Institut in Wien, bevor er zum Professor für Mechanik und Maschinenlehre am Joanneum in Graz ernannt wurde.

1850 wurde Engerth in den technischen Rat bei der Generaldirektion für Eisenbahnen berufen und übernahm später im österreichischen Handelsministerium das Referat für Maschinenwesen. 1851 wurde er von Baron Bruck zum Preisrichter des Semmering-Lokomotivwettbewerbs ernannt, bei dem er die weltweit erste Gebirgslokomotive mit Stütztender entwickelte, die später als Engerth-Lokomotive bekannt wurde. 

1855 trat Engerth der Österreichischen Staatseisenbahn-Gesellschaft bei und wurde später deren Generaldirektor. 1860 verließ er den Staatsdienst und arbeitete an der Reorganisation der technischen Studien in Österreich. Er erfand das Schwimmtor, das den Donaukanal in Wien vor Hochwässern und Eismassen schützte, und war Chefingenieur der Wiener Weltausstellung 1873. 

Engerth setzte sich auch erfolgreich für den Bau des Arlberg-Scheiteltunnels ein, der 1884 eröffnet wurde. 1874 wurde er als Abgeordneter in das Herrenhaus des österreichischen Reichsrats berufen und in den Freiherrnstand erhoben.

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