* 19. April 1796 in Prag
† 12. April 1840 in Philadelphia, USA
Franz Anton Ritter von Gerstner studierte Ingenieurwissenschaften, Philosophie, Technik und Maschinenbau am Polytechnikum in Prag. Ab 1817 lehrte er als Professor am k.k. Polytechnischen Institut in Wien praktische Geometrie und Landvermessung. Ab 1820 beschäftigte er sich zusammen mit seinem Vater mit dem Pionierprojekt einer Eisenbahnverbindung von Budweis nach Linz. Während mehrerer Studienreisen nach England in den 1820er Jahren konnte er sich über den dortigen Fortschritt beim Bau und Betrieb von Dampfeisenbahnstrecken informieren. 1824 legte er seine Professur nieder, um Bauleiter der ersten Eisenbahnstrecke Österreichs, der Pferdeeisenbahn Budweis–Linz–Gmunden, zu werden. Nach Streitigkeiten mit den Aktionären der Betreibergesellschaft verließ er 1828 die Baustelle, und die Bahnstrecke wurde 1832 unter der Leitung von Mathias von Schönerer fertiggestellt.
Gerstner blieb weiterhin im Eisenbahnbau tätig und wurde 1834 Planungsbeauftragter für mehrere Eisenbahnlinien im Raum St. Petersburg, Russland. 1838 reiste er nach Pennsylvania, USA, um das nordamerikanische Eisenbahnwesen zu studieren, wo er 1840 verstarb.
Seine bedeutende Leistung als Eisenbahningenieur war die Ablehnung des englischen Seilzugsystems zur Überwindung von Höhenunterschieden und die Einführung harmonischer Steigungsverhältnisse, die später von Carl Ritter von Ghega bei der Planung der Semmeringstrecke angewendet wurden.