* 9. Oktober 1795 in Cordignano, Venetien
† 8. Juni 1862 in Sacile, Venetien
Hermenegild Ritter von Francesconi stammte aus Venetien, das von 1797 bis 1866 zum Kaisertum Österreich gehörte. Nach dem Besuch der Artillerie-Ingenieurschule Modena trat er im Jahre 1815 als Pionieroffizier in das österreichische Geniekorps ein. 1822 wechselte er in den Dienst der Baudirektion von Venedig und ging somit in die staatliche Bauverwaltung über, wo er anfangs mit Wasser-, Hafen- und Straßenbauten beschäftigt war, ehe er im Jahre 1829 zum Hofbaurat ernannt wurde. Als solcher hatte er einen bestimmten Einfluss auf die ersten Flussregulierungen der Donau in Wien, Preßburg und Budapest.
1836 übernahm er die Leitung des Baues der ersten österreichischen Lokomotivbahn, der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn. Dabei fungierte er als Vertrauensmann des Hofkammerpräsidenten Karl Friedrich von Kübeck und war so auch mit den vorbereitenden Planungen für die Herstellung eines Staatsbahnnetzes betraut und verfasste zudem den Organisationsentwurf für die Generaldirektion der 1842 gegründeten Österreichischen Staatsbahnen. Als deren Vorstand hatte er die Oberleitung über alle damals ausgeführten Staatsbahnen und fand bei der Erstellung des Schienennetzes auch eine Lösung für die noch offene Überquerung des Semmerings mit einer Eisenbahnstrecke und war maßgeblich für den Bau der Semmeringbahn, die ab 1848 durch Carl Ritter von Ghega errichtet wurde, verantwortlich. Sein Amt als Generalinspektor der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn hatte Francesconi von 1848 bis zu seinem Tod im Jahre 1862 inne.