* 06.01.1812 in Stuttgart, Baden-Württemberg
† 02.05.1865 in Kemmelbach, Niederösterreich
Karl von Etzel besuchte die Gewerbeschule und begann eine Ausbildung zum Zimmermann, während er gleichzeitig von 1830 bis 1835 am Polytechnikum in Stuttgart studierte. 1835 setzte er seine Ausbildung in Paris fort und arbeitete als technischer Zeichner. In dieser Zeit begann auch seine Korrespondenz mit dem österreichischen Architekten Ludwig Förster, für dessen Architekturzeitschrift „Allgemeine Bauzeitung“ Etzel einige Beiträge verfasste. 1836 war er am Bau der Bahnlinie zwischen Paris und St. Germain beteiligt und unternahm anschließend Studienreisen nach England. Zurück in Paris wurde er als Ingenieur erster Klasse für den Bau der Bahnlinie zwischen Paris und Versailles angestellt.
1838 kehrte Etzel für kurze Zeit nach Württemberg zurück und arbeitete dort im Staatsdienst, bevor er 1839 nach Wien ging, um gemeinsam mit Förster an verschiedenen Bauprojekten zu arbeiten. Ab 1843 war er in Württemberg für den Ausbau der örtlichen Bahnstrecken verantwortlich, wobei er große topografische Schwierigkeiten bewältigen musste. Von 1852 bis 1857 war Etzel als Oberingenieur und Gutachter für die Planung und den Bau der Schweizer Centralbahnlinien zuständig. 1857 kehrte er nach Wien zurück, wo er als Bahnbaudirektor bei der Kaiser-Franz-Joseph-Orientbahngesellschaft tätig war.
Sein bedeutendstes Projekt war der Bau der Brennerbahn zwischen Innsbruck und Bozen, deren Fertigstellung er jedoch nicht mehr erlebte. Er erlitt im November 1864 einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholte. Auf einer Bahnfahrt im Jahre 1865 nach Stuttgart, wo er Ruhe und Erholung finden wollte, verstarb er im Zug.