Salomon Mayer Freiherr von Rothschild

Bankier, finanzierte den Bau und Betrieb der ersten österreichischen Lokomotiveisenbahnstrecke, der KFNB

* 9. Jänner 1774 in Frankfurt/Main 
† 28. Juli 1855 in Paris

Salomon Mayer Freiherr von Rothschild

Salomon Mayer Freiherr von Rothschild half zunächst seinem Vater der in seinem Frankfurter Geschäft mit Stoffen, Tabak und Wein handelte aber auch Geldgeschäfte abwickelte, aus.
Bereits 1800 wurde er „königlicher Hoffaktor“ durch ein Patent, das sein Vater für sich und seine beiden Söhne erhalten hatte, welches ihm rasch ermöglichte, Finanzierungen für Kurfürsten, aber auch für regierende Könige zu besorgen. Wegen besonderer Subventionsgeschäfte mit England wurde Rothschild 1817 in den Adelsstand gehoben. Rassistische Ausschreitungen gegen Juden bewogen ihn 1819 nach Wien zu übersiedeln. Bald ergab sich eine besondere Nähe zum damaligen Staatskanzler Metternich, dem er mehrfach Millionenbeträge für Staatsanleihen zur Verfügung stellte.

1830 war Rothschild von Franz Xaver Riepls Idee eines neuen Eisenbahnnetzes, zur Beförderung von Menschen und Gütern, mehr als angetan. Er wollte mit dem rascheren Transport der nordmährischen Eisen- und Kohlevorkommen sowie mit Salztransporten von Wieliczka südlich von Krakau nach Wien sein Finanzimperium weiter ausbauen. 

Ein erstes Ansuchen um das „Privileg“, an den Kaiser, Franz I., wurde abschlägig beschieden. Trotzdem gab er nicht auf und ließ Riepl die Planungen verfeinern. Nach dem Tod des Kaisers stellte er rasch einen zweiten Antrag an den neuen Kaiser Ferdinand I., der nun bewilligt wurde. So finanzierte Rothschild in den Jahren 1835–39 die erste Eisenbahnstrecke im Lokomotivbetrieb, die er als Dank für das Privileg als “k.u.k privilegierte Kaiser Ferdinands-Nordbahn“ (KFNB) bezeichnete. Die erste Teilstrecke von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram ging am 23. November 1837 in Betrieb. Dies gilt als Geburtsstunde der Österreichischen Eisenbahnen. Im Endausbau, der schrittweise erfolgte, war die KFNB mit einer Länge von ungefähr 600 Kilometern eine der längsten Lokomotiveisenbahnen außerhalb Englands. Im „Privileg“ - heute spricht man von „Konzessionen“ - inbegriffen waren auch Zweigbahnen nach Brünn, Olmütz und Troppau. Zur Errichtung der Bahnlinie wurde eine Aktiengesellschaft gegründet, in deren Aufsichtsrat auch Metternich Mitglied war. Generalsekretär wurde der vom Verkehrsmittel Eisenbahn begeisterte Heinrich Joachim Sichrovsky. 

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