Fakt ist: Plus bei Fahrgästen, aber Rezession drückt Ergebnis.

Die ÖBB sind Österreichs größter Mobilitätsdienstleister und haben im Geschäftsjahr 2025 Umsatzerlöse von rund 6,2 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) war deutlich positiv bei 68,1 Mio. Euro, sank aber im Vergleich zum Vorjahr um 40 %.

Während die Teilkonzerne ÖBB Personenverkehr und ÖBB Infrastruktur positiv saldierten, lag das Ergebnis der Rail Cargo Group mit -135,5 Mio. EUR im Minus. Grund waren gedämpfte Kundennachfrage aufgrund der anhaltenden industriellen Rezession und dem harten Wettbewerb mit der Straße. Das Transportvolumen ging um 4 % auf 27,1 Mrd. Nettotonnenkilometer zurück. Eine einmalige Abschreibung in Höhe von 81 Mio. Euro beeinflusste das Ergebnis der Güterverkehrssparte negativ. Die RCG setzt bereits ein Bündel an Maßnahmen um, um gegenzusteuern: Unter anderem werden nicht wettbewerbsfähige Produkte eingestellt, die Auslastung nachgefragter Verbindungen gezielt erhöht sowie die Organisation verschlankt und zukunftsfit gemacht, sodass im ÖBB-Konzern für 2026 eine Verbesserung der Finanzzahlen erwartet werden kann.

Das EBT des Teilkonzerns Personenverkehr hat sich 2025 von 70 auf 228 Mio. Euro erhöht. Der starke Anstieg geht vor allem auf einen Sondereffekt in Zusammenhang mit einer Gutschrift von Infrastrukturbenutzungsentgelt (IBE) zurück. Aber auch ohne diesen Effekt ist das Ergebnis auf 102 Mio. Euro gestiegen. Insbesondere der Fernverkehr sowie der Nahverkehr der deutschen Tochter Arverio brachte einen Fahrgast- und damit auch Umsatzanstieg. Insgesamt waren im Vorjahr 559 Mio. Reisende mit Bus- und Bahn im In- und Ausland mit den ÖBB unterwegs, ein Plus von 1,4 %.

Trotz Einsparungen aufgrund der Vorgaben der Bundesregierung war das Investitionsprogramm der ÖBB 2025 über 5 Mrd. Euro schwer (davon 3,2 Mrd. Euro Rahmenplan). Die größten Investitionen: Die Fertigstellung der Koralmbahn, der Brenner Basistunnel, der Semmering Basistunnel und die Modernisierung der Wiener Schnellbahn-Stammstrecke. 

Weitere Investitionen sind in den Ausbau von 25 neuen PV-Anlagen geflossen. Der Eigenversorgungsanteil von Bahnstrom, der seit 2018 zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen stammt, soll bis 2030 von 60 % auf 80 % erhöht werden. 
Darüber hinaus wurden Digitalisierungsprojekte, Elektrifizierungen und Bahnhofsmodernisierungen durchgeführt. Im Personenverkehr wurde in die sukzessive Modernisierung der Flotte investiert. Im vergangenen Jahr wurden 49 neue Züge angeschafft, weitere 130 sollen 2026 und 2027 folgen.

Das Fahrgastwachstum und der (internationale) Expansionskurs erhöhten den Bedarf an Mitarbeiter:innen. Die ÖBB zählen mit über 48.000 Beschäftigten (inkl. 2.145 Lehrlingen) zu den fünf größten Arbeitgebern Österreichs und sind Jobmotor im Land. 2025 wurden mehr als 5.400 neue Mitarbeiter:innen aufgenommen, der Personalstand stieg um 765. 

Der Frauenanteil hat sich in der Männerdomäne Eisenbahn sichtbar erhöht: 17,5  % des Personals sind inzwischen weiblich (2024: 17,1 %), unter den Führungskräften beträgt der Frauenanteil 22,7  % (2024: 21,5 %) und die ÖBB bilden bereits 25 % weibliche Lehrlinge aus. Dabei gilt das Prinzip „gleiches Geld für gleiche Arbeit“: Der Gender Pay Gap im ÖBB Konzern liegt bei 1,5 % und damit deutlich unter österreichweiten Durchschnitt von 17,6 %.

Aufgrund des sich zunehmend verschärfenden Wettbewerbsumfelds, allen voran im Güterverkehr, haben die ÖBB Mitte 2025 ein Wettbewerbsprogramm namens „Compete“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die beeinflussbaren Plankosten konzernweit um 10 % zu senken und den Konzern wettbewerbsfit für die Zukunft aufzustellen. Insgesamt werden konzernweit rd. 300 Mio. Euro jährlich eingespart, etwa durch Synergien in den Querschnittsbereichen, die Reduktion von Verwaltungskosten und Sachaufwendungen sowie Prozessoptimierungen und Produktivitätssteigerungen.

Fakt ist ... Die ÖBB steuern Zug um Zug in die Zukunft. Die Sicherstellung von hoher Qualität für unsere Fahrgäste und finanzieller Stabilität zählen zu den Top Prioritäten des Unternehmens. Die Aufnahme von qualifiziertem Schlüsselpersonal, die Investition in Rollmaterial und der konsequente Ausbau der Infrastruktur bilden die Grundlage für Kund:innenzufriedenheit und dafür, die steigende Nachfrage im Personen- und Güterverkehr zu decken, um die Mobilitätswende zu schaffen.