Der Zweite Weltkrieg in Europa

Männer stehen vor und in dem Zug von Polen nach Frankreich Fahrt Polen-Frankreich, 1940

Die Transportkrise in der Sowjetunion.

Die versuchte Eroberung der Sowjetunion ab dem 22. Juni 1941 führte allerdings zum Kurswechsel. Im Herbst blieb die Wehrmacht auf den oftmals unbefestigten Straßen stecken und dann setzte auch noch verfrüht der Winter ein. Frosttemperaturen im zweistelligen Minusbereich sorgten dafür, dass es sowohl im Straßenverkehr als auch auf den Bahnstrecken zu einer Transport- und Nachschubkrise kam: Die verfügbaren Lokomotiven froren schlichtweg ein. Die geplante Eroberung Moskaus scheiterte an der Stadt Stalingrad. Erst das Frühjahr 1942 erlaubte wieder größere Geländegewinne. Für die notwendigen Nachschubtransporte mit der Eisenbahn mussten die Deutschen Hunderte Kilometer der russischen Breitspur auf die europäische Normalspur „umnageln“.

7.000 neue Lokomotiven für die Reichsbahn.

Um zukünftige Transportkrisen zu vermeiden, erstellte das Rüstungsministerium ein Lokomotivbauprogramm ungeheuren Ausmaßes. Aus einer bestehenden Dampflokbaureihe wurde die „Kriegslokomotive“-Baureihe entwickelt, die weniger Rohstoffe und Montagezeiten benötigte, aber auch für einen Einsatz von nur fünf Jahren konzipiert war. 16 deutsche Lokomotivfabriken sollten binnen zwei Jahren 15.000 (!) Lokomotiven einsatzfertig an die Reichsbahn übergeben. Tatsächlich wurden vom September 1942 bis Kriegsende im Frühjahr 1945 rund 7.000 Lokomotiven ausgeliefert.

Der Abstieg des Deutschen Reichs.

Auf die Niederlage von Stalingrad folgte die Eroberung Berlins durch die Rote Armee der Sowjetunion im April 1945. Trotzdem mussten in all diesen Jahren Tausende von Nachschub- und Versorgungstransporten für die Wehrmacht gefahren werden. Nachdem die Allianz der Westmächte (England, USA, Kanada) den deutschen Bündnispartner Italien im Juli 1943 zur Kapitulation gebracht hatte, konnten die Alliierten 1944 auch noch Frankreich befreien.

Somit hatten sie die Rückeroberung Westeuropas eingeleitet. Bombenangriffe auf die Industrie- und Verkehrsanlagen sollten den deutschen Nachschub behindern. Besondere strategische Ziele waren dabei Brücken, Eisenbahnknoten und große Werkstättenanlagen. Großflächige Zerstörungen an den Bahnanlagen gab es auf dem Gebiet der Ostmark in Wiener Neustadt (Rüstungs- und Flugzeugindustrien), St. Pölten, Linz (Hermann Göring Stahlwerk), Wels, Attnang-Puchheim, Salzburg, Knittelfeld und Graz.

Befreiung Österreichs durch die Alliierten und Kriegsende.

Die Befreiung Österreichs vom NS-Regime erfolgte durch die Rote Armee von Sopron über Wiener Neustadt Richtung Wien, dann weiter Richtung Westen. Die Franzosen eroberten mit wenig Widerstand die Bundesländer Vorarlberg und Tirol. Die Engländer befreiten Kärnten und die Steiermark. Die USA zogen über das eroberte Bayern Richtung Salzburg und weiter östlich in Oberösterreich ein. Am 27. April 1945 wurde in Wien eine provisorische Regierung unter Karl Renner gebildet, am 8. Mai erfolgte die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Der Zweite Weltkrieg war in Europa zu Ende, Österreich war wiedererrichtet, wurde aber in vier Besatzungszonen aufgeteilt.

Bombenschäden am Bahnhof Wels Bombenschäden am Bahnhof Wels, 1944

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