Der neue Wiener Hauptbahnhof

Wie der Hauptbahnhof von einer Großbaustelle zur neuen Verkehrsdrehscheibe Wiens wurde.

Nachtansicht des Hauptbahnhof Wien von oben Nachtansicht des Hauptbahnhof Wien

Der Bau des Wiener Hauptbahnhofs auf dem ursprünglichen Areal des Südbahnhofs war ein weiteres Großprojekt der ÖBB in der Neuzeit. Im Dezember 2009 ging es los: Die Südseite des Südbahnhofs wurde geschlossen, sodass die Züge der Südbahn erst ab bzw. nur bis Wien Meidling verkehren konnten. 
Auf der Ostseite des Südbahnhofs wurden die Personenbahnsteige verkürzt und es wurde ein neuer Zugang errichtet, um die für den Neubau des Hauptbahnhofs notwendigen Bauflächen frei zu bekommen. Um den Eisenbahnbetrieb aufrechtzuerhalten, wurde am Rande des Baufeldes eine provisorische zweigleisige Umfahrungsstrecke errichtet.

Live-Baustelle.

Für die interessierte Wiener Bevölkerung wurde ein eigenes, mit Webcams ausgerüstetes Info-Center errichtet: Das „bahnorama“ war ein 66 Meter hoher Aussichtsturm in nachhaltiger Holzkonstruktion. So konnten Besucher:innen vor Ort und Internetuser:innen in aller Welt täglich den Baufortschritt des Wiener Hauptbahnhofs mitverfolgen. 
Auch eine Ausstellung war Teil des Projekts, sie konzentrierte sich auf den neuen Stadtteil, der im Zuge des neuen Hauptbahnhofs entstehen würde – das Sonnwendviertel mit Tausenden Wohnungen.

Bahnorama Aussichtsturm zur Beobachtung der Baustelle Bahnorama-Aussichtsturm zur Beobachtung der Baustelle

Verkehrsdrehscheibe Wien.

Schritt für Schritt wurde der neue Wiener Hauptbahnhof errichtet. 2012 wurden die ersten Gleise am Südrand fertiggestellt, wodurch das Provisorium an der Ostseite des Südbahnhofs, die Umfahrungsstrecke und die Baustelle an der Nordseite obsolet wurden. 

Am 14. Oktober 2014 war es so weit: Der neue Wiener Hauptbahnhof wurde feierlich eröffnet – inklusive Shoppingmall auf zwei Etagen mit verlängerten Öffnungszeiten und zwei Bahnhofvorplätzen mit neuen Anbindungen an die öffentlichen städtischen Verkehrsmittel. Zusätzlich wurden in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs zwei Busterminals eingerichtet: einer für den regionalen, einer für den internationalen Busverkehr. 

Ab Dezember 2015 wurde das Areal zur neuen Verkehrsdrehscheibe Wien – mit völlig neuen Verkehrsströmen, wesentlich verkürzten Fahrzeiten und idealen Umsteigemöglichkeiten zwischen West-, Süd-, Ost- und Nordbahn. Auch neue internationale Verkehrsverbindungen entstanden, auf den meisten waren die neuen internationalen, 230 km/h schnellen Railjetgarnituren unterwegs. Die Routen verliefen nun von Berlin bis Graz, von Warschau bis Wien, vom Flughafen Wien nach Zürich, von Budapest nach München und von Wien nach Passau. Zum Flughafen Wien brauchte man mit der Bahn nur noch 17 Minuten.

Um diese Verkehrsverbindungen anbieten zu können, spielten auch der Knoten Wien Meidling und die neue Zulaufstrecke vom Westen her eine wichtige Rolle. Diese Neubaustrecke verbindet St. Pölten mit Wien Meidling und führt über den Bahnhof Tullnerfeld, wo die größte Park&Ride-Anlage Österreichs steht. Wer in St. Pölten einsteigt, kommt nun 25 Minuten später in Wien an – das ist im Vergleich zum Straßenverkehr konkurrenzlos und wird von den Fahrgästen sehr gut angenommen.

Bahnhof Tullnerfeld von oben Bahnhof Tullnerfeld

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