Das Interrailticket war durchaus eine kleine Revolution für junge, reiselustige Menschen: ein internationales Reiseticket, das am 1. März 1972 anlässlich des 50. Geburtstags des Internationalen Eisenbahnverbands ins Leben gerufen wurde.
Jugendliche konnten damit 30 Tage lang zu einem Pauschalpreis mit der Eisenbahn in der 2. Klasse durch Europa reisen; auch zahlreiche Schiffsfähren waren in dem mehrseitigen Fahrscheinheft inkludiert, in dem jede gefahrene Strecke dokumentiert wurde. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich bei Interrail die Tarifbestimmungen mehrmals verändert, aber beliebt ist das Ticket auch noch heute.
Mehr als ein Pauschalangebot.
Das Interrailticket war mehr als nur ein günstiges Ticket für junge Menschen. Es war ein Türöffner und machte vielen das Reisen durch Europa überhaupt erst möglich.
Was zuvor noch illusorisch war, nämlich den Kontinent mit geringem Budget von Nord nach Süd und von Ost nach West zu durchqueren, dabei in fremde Kulturen einzutauchen und andere Menschen kennenzulernen, wurde für viele zur lang ersehnten Realität. Länderübergreifende Lebensgemeinschaften und Freundschaften haben sich gebildet; Geschichten wurden geschrieben, auf diesen Reisen, die unvergesslich bleiben sollen.
Bis zum EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 sollte es zwar noch dauern, aber das Verbindende hat sich schon damals sehr stark gezeigt – wenn auch noch an jeder Grenze der Pass kontrolliert wurde.
Junge Reisende mit Interrail Ticket, 1978