Ein großes Waggonerneuerungsprogramm war eines der ersten Projekte der ÖBB in den 1970er Jahren: Es betraf sowohl Reise- als auch Güterzüge und war dringend nötig, um die höheren Geschwindigkeiten halten und größere Lasten transportieren zu können.
So kauften die ÖBB ab 1971 zehn moderne schwedische Lokomotiven an, die auf der Bergstrecke der Tauernbahn eingesetzt wurden. Ab 1974 lieferte die österreichische Fahrzeugindustrie laufend Lokomotiven aus, deren Leistung (5400 KW) und Höchstgeschwindigkeit (160 km/h) für diese Zeit beeindruckend waren. Ergänzend dazu erwarb man auch moderne, klimatisierte Reisezugwagen mit diesem Geschwindigkeitsprofil. So kamen Fahrgäste immer schneller und bequemer von A nach B. Anders ausgedrückt: Zugfahren wurde zum Vergnügen.
Parallel dazu wurden Unter- und Überführungen gebaut. Sie machten die niveaugleichen Eisenbahnkreuzungen überflüssig, für die Schrankenanlagen mit Personal nötig waren – all das konnte man sich so sparen.
Als erfreuliche Konsequenz konnten Streckengeschwindigkeiten erhöht und Fahrzeiten verkürzt werden. Die Bahn wurde immer moderner und besser.
„Bahnhofsoffensive“, neue Streckenausbauten und Ausbau des Nahverkehrs.
Zentralstellwerk Linz, 1989Ein moderner Reiseverkehr verlangte auch nach entsprechenden Bahnhofsgebäuden. So wurde die „Bahnhofsoffensive“ ins Leben gerufen, durch die die Bahnhöfe schrittweise umgestaltet wurden.
Neben Unterführungen zu den neuen Mittelbahnsteigen wurden in den größeren Bahnhöfen moderne Verkaufsschalter und Reisebüros eingerichtet. Das Bauprogramm der „Neuen Bahn“, wie sich die ÖBB damals nannten, beinhaltete erste Streckenausbauten mit Begradigungen und neuen Tunnelführungen. Diese betrafen vorerst die Westbahnstrecke und das Inntal und hatten erhebliche Fahrzeitverkürzungen zur Folge.
Das neue Reisebüro am Wiener Westbahnhof, 1981Auch der Nahverkehr wurde laufend erweitert: Park&Ride-Anlagen boten gesicherte Parkplätze und ermöglichten kurze Wege zu den Zügen. Auf den Nebenbahnen wurden ab 1987 modernere Dieseltriebwagen eingesetzt, durch die ebenso Fahrzeiten verkürzt werden konnten, während man den Betrieb auf Nebenbahnen, die weniger frequentiert wurden, aus wirtschaftlichen Gründen einstellte. Die ÖBB wurden also auch immer effizienter.
Park&Ride-Anlage Parndorf, 1979Zur Epochen-Übersicht