Die Wiener Schnellbahn: eine Erfolgsstory

Wien-Umgebung wurde durch den Ausbau der Schnellbahn zu beliebtem Wohngebiet.

Wiener Schnellbahn mit Prater im Hintergrund

Die 1960er Jahre waren geprägt von einem Wirtschaftswachstum. Das zeigte sich unter anderem darin, dass man vermehrt Auto fuhr. Auch in Wien leisteten sich immer mehr Menschen ein eigenes Automobil – und waren somit nicht mehr auf die Bahn angewiesen. 
Um diesem Passagierschwund zu begegnen und die Bahn als Fortbewegungsmittel wieder attraktiv zu machen, elektrifizierten die ÖBB die Verbindungsbahn zwischen Meidling und Floridsdorf, die bis dahin nur im Güterverkehr betrieben worden war. So eröffnete am 17. Jänner 1962 die „Wiener Schnellbahn“.

Werbung für die neue Wiener Schnellbahn Werbung für die neue Wiener Schnellbahn, 1962

Schnell, sicher, regelmäßig: die Erfolgsstory der Wiener Schnellbahn.

Die Schnellbahn hatte einige Vorteile: Die modernen Triebwagenzüge ermöglichten in den Wendebahnhöfen raschen Richtungswechsel. Um die Umsteigwege zu den Straßenbahn- und Buslinien kurz zu halten, wurden die Umsteigebahnhöfe Meidling, Südtiroler Platz, Südbahnhof, Landstraße - Wien Mitte, Praterstern und Floridsdorf städtebaulich entwickelt.

Bau der Gleise für Wiener Schnellbahn aus Vogelperspektive

Wie Wien-Umgebung zum beliebten Wohngebiet wurde.

Völlig neu war der minutengerechte Taktverkehr von vorerst 15 Minuten auf der Stammstrecke in Wien und von 30 Minuten auf den beiden Außenästen nach Gänserndorf und Stockerau. Durchaus attraktive Umstände, die sich schon bald in einer stärkeren Besiedelung von Wien-Umgebung niederschlugen, wo auch die Grundstückspreise für Eigenheime erschwinglich waren. Mit der Schnellbahn konnte man die Arbeitsplätze im nahen Wien schnell, sicher und staufrei erreichen. 

Dieses erste Schienen-Nahverkehrssystem der Nachkriegszeit ermöglichte im Vergleich zu den Straßenbahnlinien einerseits stark verkürzte Fahrzeiten zwischen dem Süden und Norden Wiens, andererseits bescherte auch die Tarifgemeinschaft mit den Wiener Stadtwerken-Verkehrsbetrieben der Wiener Schnellbahn stetig anwachsende Passagierzahlen. 

Immer kürzere Intervalle und die laufenden Linienerweiterungen auch ins südliche Umland Wiens hatten zur Folge, dass die Triebwagenflotte vergrößert werden musste, was sich wiederum positiv auf die Bahnindustrie auswirkte.

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