Bahnhof Amstetten nach einem Bombenangriff.
40 % des Streckennetzes, 25 % der Bahngebäude, 75 % der Dampflokomotiven, ca. 50 % der Personen- und Güterwagen sowie 381 Brücken waren nach dem Krieg zerstört oder schwer beschädigt – eine traurige Bilanz. Da auch die meisten auf bestimmte Fahrzeuggattungen spezialisierten Werkstätten dem Krieg zum Opfer gefallen waren, ging es mit den Reparaturen kaum voran. Die Zerstörung war die Folge von Luftangriffen und direkten Kampfhandlungen. Wenn die Luftangriffe der Alliierten auch Schutt und Asche zur Folge hatten, so waren sie dennoch notwendig: Ohne sie wäre eine Befreiung Österreichs aus dem NS-Regime nicht möglich gewesen. Das Land war nun zwar „befreit“, aber in einem desolaten Zustand.
Unbefahrbare Bahnstrecken Österreichs, 1945.Schritt für Schritt aus der Zerstörung.
Nach Kriegsende war nur ein sehr eingeschränkter Betrieb auf den Eisenbahnstrecken möglich. Eine fatale Situation, denn die Bevölkerung war auf Lebensmittel- und Versorgungstransporte angewiesen. Um die Reparaturen zu beschleunigen, wurden provisorische Eisenbahnwerkstätten in ehemaligen Fabriken mit Gleisanschluss eingerichtet. Der Wiederaufbau der Gleisanlagen, Bahngebäude und vor allem Brücken gestaltete sich äußerst zäh. Es war ein langatmiger und mühsamer Prozess.
Besonders zeit- und materialintensiv: der Wiederaufbau von Brücken.
Die Nordbahnbrücke über die Donau zum Beispiel – heute einer der belastetsten Streckenabschnitte Österreichs – konnte erst 1959, also 14 Jahre nach Kriegsende, wieder in Betrieb genommen werden. Die Wiener Hochbahn zwischen Jedlersdorf und Leopoldau wurde erst 1996 reaktiviert, und bei der Freudenauer Winterhafenbrücke sollte es über 60 Jahre dauern: Die Strecke, die den Containerterminal Freudenau mit den südlichen Wiener Bahnstrecken und dem Zentralverschiebebahnhof Kledering verbindet, wurde 2008 fertiggestellt.
Die zerstöre und wiederaufgebaute Tullner Donaubrücke.