1945 – Der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

Neugründung und personelle Neubesetzung der ÖBB.

Der zweite Weltkrieg hinterließ ein zerrüttetes Europa. Nachdem das Deutsche Reich am 8. Mai 1945 kapituliert hatte, wurde Österreich von den vier alliierten Großmächten (USA, England, Frankreich und UdSSR) „wiederhergestellt“, sodass wieder die Grenzen von 1937 galten. 

Die vier Besatzungsmächte teilten sich das Land auf. Die Wiederherstellung betraf auch die gesamte Bundesverwaltung – so wurde auch das für das Eisenbahnwesen zuständige „Bundesministerium für Verkehr“ neu gegründet und personell neu besetzt. Die Bundesbahnen bekamen damals sogar einen anderen Namen: „Österreichische Staatseisenbahnen“ (ÖSTB). 

Erst 1947 wurden sie neu gegründet und zu den Österreichischen Bundesbahnen, die ab diesem Zeitpunkt auch mit dem Kürzel „ÖBB“ bezeichnet wurden.

Ein vom Krieg verwüsteter Bahnhof Ein vom Krieg verwüsteter Bahnhof.

Entnazifizierung des Personals.

Nach den Gräueln des Nazi-Regimes hatte die schnellstmögliche Entlassung politisch tätiger Nationalsozialisten Priorität. Um festzustellen, wer diesbezüglich belastet war, also Mitläufer:in des Regimes, gab es Befragungen unter den Angestellten. Wehrmachtsangehörige, die den Krieg überlebt hatten, wurden in ihre alten Jobs zurückbefördert, während Frauen, die in der Kriegszeit oft ihre in der Wehrmacht dienenden Männer ersetzt hatten, nach dem Krieg oftmals wieder entlassen wurden.

Trotz der herausfordernden personellen Umstrukturierung und dem großen Mangel an Rohstoffen und Ersatzteilen war man nach Kriegsende in erster Linie darum bemüht, zerstörte Streckenabschnitte und Bahnhöfe wieder befahrbar zu machen.

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