Selbstpräsentation & Empowerment

Vor einem größeren Publikum zu sprechen ist Übungssache und Selbstgespräche sind förderlich

Wie wir uns gut in Szene setzen können, was eine gelungene Selbstpräsentation ausmacht und warum Empowerment dabei so wichtig ist, darüber haben über 130 ÖBB-Kolleginnen am Dienstag, 30.05.2023 im Open Innovation Lab und online bei einer Podiumsdiskussion mit Nika Triebe, Lisa Ambros und Victoria Schön und in einem anschließendem Workshop im Rahmen des konzernweiten Frauennetzwerkes diskutiert. Nika Triebe, Kommunikationstrainerin, Moderatorin, ausgebildete Schauspielerin und Bestseller-Autorin, ist der Meinung, dass Personen zum Reden 10 % Talent brauchen und der Rest Übungssache ist und empfiehlt, täglich eine Sprech-Denk-Übung zu machen: „Über irgendwelche Themen zwei bis drei Minuten laut sprechen und dabei einem roten Faden folgen“. Auf die Frage einer Kollegin, wie ich meine Meinung sichtbar machen kann, antwortet die Expertin: „Zuallererst führe ich Selbstgespräche und verliebe ich mich in meine Meinung, denn Selbstgespräche stärken mich“. In einem zweiten Schritt, so erklärt sie, muss ich mir strategisch überlegen, warum ich den Leuten überhaupt die Infos erzähle und drittens, wo ich die Meinung platzieren kann? Um auf sich aufmerksam zu machen, hat es sich Nika Triebe übrigens zur Regel gemacht, sich in einer Besprechung nach spätestens 10 Minuten zu Wort zu melden und nicht erst, wenn es um das eigentliche Thema geht.

Für Lisa Ambros, Vice President of Business Development bei the female factor, einer globalen Karriere & HR Plattform, ist es bei Bewerbungsgesprächen unbedingt notwendig, immer authentisch zu bleiben und „Power Skills“ zu betonen, denn diese werden immer wichtiger. Unter „Power Skills“ versteht Lisa Ambros, die Erfahrung im Umgang mit Unternehmen wie Google oder Visa hat, „Soft Skills“, wie z.B. Teamfähigkeit, Kreativität oder Flexibilität, im Gegensatz zu „Hard Skills“, die in Zukunft oftmals von Maschinen übernommen werden können. Für alle jene, die sich auf Social Media präsentieren möchten, gibt sie den Rat, sich gut zu überlegen: „Was will ich nach außen kommunizieren? Was will ich, dass die Leute von mir wahrnehmen?“ In Bezug auf die Frage, was Empowerment für sie bedeutet, weist sie darauf hin, unbedingt weibliche Vorbilder zu zeigen, „damit wir sehen, was es schon gibt und wir darauf aufbauen können“.

Victoria Schön, Themenmangerin Nachhaltigkeit & Klimaschutz in der ÖBB-Konzern-kommunikation/Holding, ist der Meinung, dass jede kleine Gelegenheit, bei der sich selbst präsentiert werden kann, genutzt werden sollte, denn „Übung macht die Meisterin“. Die Kommunikationsexpertin rät, „den eigenen Perspektiven Platz zu machen und darüber zu reden, was einem Spaß macht, auch wenn dadurch die Komfortzone verlassen werden muss“. „Ich bin eine große Verfechterin von Gendern, weil Sprache bildet“ ist sie überzeugt und in Bezug auf Empowerment meint sie,„in einer Welt, in der so viele männliche, laute Stimmen sind, müssen wir Frauen auch laut sein“.

Workshop

Im anschließenden Workshop präsentiert Nika Triebe „die drei S für Frauen“, und zwar Sichtbarkeit, Stärkung, Solidarität. Frauen sollten sich weibliche Role Models suchen, um sich im Alltag und im Beruf von ihnen inspirieren zu lassen und um von ihnen lernen zu können. „Ein klares Ja zum Nein und ein klares Ja zum Ja,“ und „keine Konjunktive verwenden“ fordert Nika Triebe auf und erklärt, dass Frauen mit eindeutigen Aussagen Klarheit schaffen müssen. „Empowerment heißt für mich und meine Leistungen einzustehen“, so Nika Triebe und „nicht den Selbstwert im Vergleich zu anderen Frauen festzulegen“. Bevor das Netzwerken startete, richtet Nika Triebe abschließend noch einen Appell an das weibliche Publikum zur Stärkung und Verbesserung der Solidarität innerhalb der Frauen, denn gemeinsam kommt man schneller und leichter ans Ziel.