Familiäre Fürsorge und elterliche Erwerbstätigkeit im Wandel

Online-Elternnetzwerktreffen

Rund 30 Kolleg:innen haben beim letzten Elternnetzwerktreffen gemeinsam mit Fabian Fußeis (Geschäftsführer Mungos) und Gerlinde Mauerer (Soziologin Universität Wien) zur Vereinbarkeit von Beruf und Privat sowie zum Thema Väterkarenz diskutiert. Heinz Rosenauer, Konzernpersonalchef (ÖBB-Holding), hat die Teilnehmer:innen wieder begrüßt, aktuelle Maßnahmen aus dem HR-Programm 2025 eingebracht und relevante Fragestellungen zum Thema Karenz beantwortet.

Nützliche Checklisten und Leitfäden

„Wir legen sehr viel Wert darauf, dass auch Führungskräfte die Leitfäden und Checklisten der RailMap*Vereinbarkeit Beruf & Privat nutzen. Dazu hat es z.B. auch kürzlich erst eine allgemeine Information im MA-Magazin gegeben“, so Heinz Rosenauers Hinweis bei der Begrüßung.

Forschungsergebnisse und Handlungsempfehlungen

Gerlinde Mauerer hat in der ersten Hälfte der Veranstaltung vorläufige Ergebnisse aus der aktuellen Forschung "Familiäre Fürsorge und elterliche Erwerbstätigkeit im Wandel“ präsentiert:

  • „Väter sind im Vormarsch was die Kinderbetreuung und den Haushalt betrifft“
  • „Mental Load verbleibt – zumindest langfristig – tendenziell bei den Müttern“
  • „Männer arrangieren sich im Vereinbaren von Beruf und Kinderbetreuung mit ihren Partnerinnen (und den Arbeitgeber:innen), Mütter arrangieren sich häufiger in weitläufigeren sozialen Netzwerken“
  • „Hohe Bedeutung von direkten Vorgesetzten (- Karenzvertretungen, Wahrnehmung Elternkarenz/Kinderbetreuungsgeldmodelle)“

Ihre Empfehlung an die ÖBB: „Die ÖBB sind für mich ein Familienunternehmen, da alle Bahn und Bus nutzen. Umso wichtiger ist es für die ÖBB auch als familienfreundliches und modernes Unternehmen aufzutreten, Best-Practise-Beispiele zu präsentieren und auch Unterstützung beim Thema Vereinbarkeit anzubieten“, so die Forscherin und hofft auch, dass bestehende Rollenzuschreibungen bald der Vergangenheit angehören: „In unserer Forschung hatten wir einen Vater dessen Mutter ihm nicht zugetraut hat, dass er sich um das Baby kümmern kann. Demnach ist es umso wichtiger zu zeigen, dass Väter sehr wohl dazu in der Lage sind und wir Role Models vor den Vorhang holen müssen“.

Diskussion mit Fabian Fußeis

Aufbauend auf die Forschungsergebnisse folgte eine Diskussion zu den Themen familiäre Fürsorge und Väterkarenz mit Fabian Fußeis und Gerlinde Mauerer. Fabian Fußeis hat sich mit seinem Sohn live aus der Karenz dazu geschaltet und seine Erfahrungen mit uns geteilt.
„Ich war vier Monate bei meiner Tochter und bin aktuell zwei Monate bei meinem Sohn zuhause. Die Tatsache, dass für so eine kurze Karenzzeit Frauen nicht extra vor den Vorhang geholt und zu Veranstaltungen eingeladen werden, verdeutlicht das bestehende Ungleichgewicht. Oder wenn ich mein Kind z.B. zu spät in den Kindergarten bringe und den Kinderkreis störe, dann ist es für die Kindergartenpädagogin kein Problem; bei meiner Frau schon“, hat Fabian Fußeis einige Beispiele in die Diskussion eingebracht und hat wie auch schon Klaus Garstenauer beim letzten Elternnetzwerktreffen, darauf hingewiesen, dass man sich als Mitarbeiter:in für eine Karenz keineswegs entschuldigen muss und am Ende des Tages der Mehrwert für die Firma überwiegt. Um eine bessere Vereinbarkeit zwischen Beruf und anderen Lebensbereichen zu bekommen, sieht der Mungos-Chef einen wichtigen Schlüssel im lebensphasenorientierten Arbeiten: „Der Aufbau von Kinderbetreuungsleistungen ist gut und wichtig, aber lebensphasenorientiertes Arbeiten meiner Meinung nach noch wichtiger“, so der Mungos-Chef. Dazu zählen z.B. Job Sharing oder flexible Arbeitszeitmodelle.