Die ÖBB feierten 2023 ihr 100-jähriges Jubiläum. Heute ist das Unternehmen, gemessen an der Zahl der Mitarbeiter:innen, fast dreimal kleiner als in der Vergangenheit – transportiert jedoch fast viermal mehr Fahrgäste und Güter. Die ÖBB zählen dabei seit vielen Jahren zu den pünktlichsten Bahnen der EU. Denn Pünktlichkeit spielt für Reisende eine zentrale Rolle, weshalb kontinuierlich und intensiv daran gearbeitet wird, Abläufe weiter zu optimieren, Infrastruktur noch verlässlicher verfügbar zu halten und den Betrieb auch unter den herausforderndsten Rahmenbedingungen stabil zu gestalten. Dieser Anspruch an Qualität und Verlässlichkeit prägt das tägliche Handeln.
Wohin geht die Reise?
Die Bevölkerung wächst unaufhaltsam: Sind es heute über 550 Millionen Fahrgäste, die mit Bahn und Bus unterwegs sind, werden es 2040 noch mehr sein.
Mobilität zählt zu den wichtigsten menschlichen Bedürfnissen und unterliegt einem stetigen Wandel. Internationalisierung, Vernetzung und die Digitalisierung kurbeln diesen massiven Wandel, der ebenso praktikable wie zukunftsfitte Lösungen erfordert, schon lange an. Damit das länderübergreifende Bahnfahren einfacher wird, werden nun zum Beispiel auch die nationalen Systeme auf ein EU-System angeglichen.
Um auch in Zukunft eines der größten Klimaschutzunternehmen Österreichs im Mobilitäts- und Logistikbereich zu sein und den steigenden Schienenverkehr bewältigen zu können, stellen die ÖBB heute schon die Weichen. Gut, dass die ÖBB bereits seit 100 Jahren zum überwiegenden Teil mit Strom unterwegs sind, denn bis 2035 soll der gesamte Mobilitätsbereich der ÖBB in Österreich klimaneutral (Netto-Null) sein, und bis 2040 wird sich das voll digitalisierte ÖBB Streckennetz über rund 5.000 km erstrecken.
Während sich die Autoindustrie bei alternativen Antriebsmöglichkeiten noch im Experimentierstadium befindet, strebt der ÖBB Konzern Klimaneutralität (Netto-Null) bis 2050 an.
Mission „Highspeed“
Während Tempo 130 auf Österreichs Autobahnen in Zeiten multipler Krisen immer weiter hinterfragt wird, kommen Fahrgäste mit den ÖBB rasch, komfortabel und klimafreundlich ans Ziel – mit bis zu 230 km/h im ÖBB Railjet. Das Tempo spielt auch beim Ausbau der Südstrecke eine Rolle: Ein Meilenstein wurde mit der Eröffnung der Koralmbahn im Dezember 2025 bereits gesetzt. Der sich noch im Bau befindliche Semmering-Basistunnel wird die Bahn auf der Südstrecke noch weiter beschleunigen. Ab Ende 2029 verbindet er das niederösterreichische Gloggnitz mit dem steirischen Mürzzuschlag. Das entlastet die historische Semmeringbahn und bringt die Fahrgäste noch rascher an ihr Ziel: z. B. von Wien nach Graz in nur 2 Stunden.
Der ÖBB Railjet auf der Koralmstrecke. Das Aushängeschild der ÖBB erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 230 km/h im Fahrgasteinsatz.Mission „Digitalisierung des Bahnfahrens “
Durch innovative Lösungen nutzen die ÖBB ihre Gleise intensiver und dichter, die dahinterliegenden Abläufe werden effizienter und schneller. Das ermöglicht noch mehr Mobilität auf der Schiene bei gewohnt hoher Pünktlichkeit und Verfügbarkeit.
So unterstützt etwa die Adaptive Zuglenkung unsere Fahrdienstleiter:innen beim Steuern und Koordinieren der Züge. Auf Basis aktueller Prognosen errechnet das System in Echtzeit Empfehlungen, mit denen die Züge vorausschauend und energieoptimiert durchs dicht genutzte Streckennetz geführt werden. Der Digitale Zwilling wiederum macht Gleise, Anlagen und Sensordaten in Echtzeit in der virtuellen Welt lebendig. Verschiedenste Szenarien lassen sich mit diesem Infrastruktur-Zwilling vorab simulieren, ohne in den laufenden Zugbetrieb einzugreifen. So werden Planungen präziser und Störungen früher erkannt.
Die digitalen Lösungen wirken auch über Österreich hinaus. Beispiele sind das europäische Zugsicherungssystem ETCS, durch das schon jetzt Züge ohne klassische Signale sicher unterwegs sind. Möglich machen das technische Komponenten, die Standort und Geschwindigkeit eines Zuges lückenlos überwachen. Ein anderes Beispiel ist die Digitale Automatische Kupplung. Sie wird Güterwaggons automatisch verbinden und Strom und Daten übertragen. Bis Ende des Jahrzehnts soll sie in Europa die traditionelle Schraubenkupplung ablösen.