ÖBB Logo

Dauerausstellung zu Bahn und Nationalsozialismus im ÖBB Ausbildungszentrum

Am 24. Oktober wurde die ÖBB-Themenausstellung Verdrängte Jahre. Bahn und Nationalsozialismus in Österreich 1938-1945 im ÖBB Bildungszentrum St. Pölten/Wörth eröffnet.

"Gerade St. Pölten als Eisenbahnerstadt und mit ihrer Rolle im Zweiten Weltkrieg ist ein sehr guter Ort, um diese Ausstellung zu zeigen“, so Bürgermeister Matthias Stadler in seiner Eröffnungsrede. Mit der Rüstungsindustrie hatte St. Pölten eine große Bedeutung für die NS-Kriegsindustrie. Hier wurden in den letzten Kriegstagen noch Widerstandskämpfer erschossen, Kriegsgefangene in Barackenlagern festgehalten und die ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ins KZ Mauthausen getrieben. 

Gruppenfoto: Werner Kovarik (Leiter des Geschäftsbereichs „Bildungszentrum Eisenbahn“ bei den ÖBB), Matthias Stadler (Bgm. St. Pölten), Konstanze Breitebner (Moderatorin, Schauspielerin), Alfred Klein-Wisenberg (ÖBB, Kurator der Ausstellung), Trau

„Dem Besucher“, so Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinden Wien, Steiermark und Kärnten, „wird hier anhand der Bahn vor Augen geführt, wie vorhandene Infrastruktur von den Nationalsozialisten vereinnahmt und eingesetzt wurde, um so ihren Plan zur Vernichtung von Millionen Menschen in die Tat umzusetzen.“

Über 100 Besucherinnen und Besucher kamen zur Eröffnung der Dauerausstellung und machten sich ein persönliches Bild von der Rolle der Bahn im Nationalsozialismus. Für Werner Kovarik, Leiter des Geschäftsbereichs Bildungszentrum Eisenbahn, „hat die Bahn mit ihrer logistischen Kapazität einen furchtbaren Beitrag zum industriellen Massenmord und zum Vernichtungskrieg geleistet. Was damals geschehen ist, war der denkbar grausamste Missbrauch des Systems Schiene.“ Millionen Menschen wurden mit der Bahn in Kontenzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Gleichzeitig zählten die Eisenbahner zu jenen Berufsgruppen, deren Widerstand gegen den Nationalsozialismus am stärksten war. „Es liegt an uns, den zukünftigen Generationen zu lehren, auch heute und in Zukunft wachsam zu sein, wenn in Österreich wieder ähnliche faschistoide und totalitäre Töne angeschlagen werden“, appellierte Roman Hebenstreit, Vorsitzender des ÖBB-Konzernbetriebsrats und stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft vida, an die anwesenden ÖBB Lehrlinge und Jugendliche.

Dauerausstellung im ÖBB Bildungszentrum

Nach den bisherigen Stationen in Wien, Linz, Salzburg, Graz, Klagenfurt, Wiener Neustadt und Brüssel (EU-Parlament) wechselt die für Besucherinnen und Besucher kostenlose Wanderausstellung nun fix nach St. Pölten ins Bildungszentrum Wörth. Die Dauerausstellung kann ab 24. Oktober 2016 nach Anmeldung unter bildungszentrum.stpoelten@oebb.at während der Öffnungszeiten des Bildungszentrums von Montag bis Donnerstag, jeweils 08:00 Uhr bis 20:00 Uhr besichtigt werden.