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Sexuelle Orientierung am Arbeitsplatz - eine Privatsache?

Darüber diskutierte eine hochkarätige Runde beim 3. LGBT Business Forum in der ÖBB Unternehmenszentrale. Noch immer werden MitarbeiterInnen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität gemobbt bzw. belästigt – nur wenige „outen“ sich.  Wertevorstellungen eines Unternehmens dürfen keine leeren Hülsen bleiben - Verstöße müssen auch geahndet werden, wie es bei der ÖBB gehandhabt wird.

Gleichbehandlung ist nicht verhandelbar. Verstöße müssen auch geahndet werden. Darüber hinaus unterstreicht ÖBB-Chef Christian Kern die Wichtigkeit die Lebensrealitäten nicht nur der MitarbeiterInnen, sondern auch der KundInnen, anzuerkennen. Als Beispiel hierfür nannte er die Family-Card der ÖBB, die auch für Regenbogenfamilien gültig ist. Und selbstverständlich geht es darum, die Besten für den ÖBB-Konzern zu begeistern, der attraktivste Arbeitgeber zu sein und aus dem vollen Potenzial zu schöpfen. Kern: „Wenn wir da irgendjemanden ausschließen, wäre das ein gewaltiger Fehler."

Viele große Unternehmen haben firmeninterne LGBTIQ-Netzwerke mit Namen wie Glam (McKinsey), Rainbow Net (Deutsche Post), dbPride (Deutsche Bank), die von der Konzernleitung unterstützt werden. Das ist es dann häufig auch. Der Regenbogen reicht nicht bis in die Top-Etagen. Dort befürchten homosexuelle ManagerInnen Getuschel und Ausgrenzung. Schwul sein gilt als verpönt. Erst recht in Führungsetagen. Ex-BP-Chef John Browne schmiss seinen Job, nachdem er 2007 geoutet wurde. Ex-Telekom-Vorstand Thomas Sattelberger wartete mit seinem Outing bis zum Ende seiner Managerkarriere, denn "sie müssen immer damit rechnen, dass diese Information irgendwann gegen Sie verwendet wird." Tatjana Oppitz (IBM), langjährige straight ally: "Ohne Vielfalt gibt es keine Innovation. Innovation kann nur passieren, wenn wir es zulassen dass sich alle Talente einbringen können - mit all ihren Stärken, in einem sehr offenen Umfeld".

Gruppenfoto der TeilnehmerInnen
Gruppenfoto der TeilnehmerInnen