Online-Netzwerktreffen: Transparente Pensionszukunft

Frauen erhalten durchschnittlich nach wie vor eine rund 40 Prozent geringere Pension als Männer. Warum es diese große Lücke gibt und was dagegen unternommen werden kann, darüber haben wir u.a. mit CEO Andreas Matthä, Ines Stilling, Generalsekretärin im Sozialministerium und Initiatorin des Projekts TRAPEZ.Transparente Pensionszukunft, Ingrid Mairhuber, Mitautorin und Forscherin im Teilprojekt TRAPEZ.Analyse sowie Marion Koidl (ABZ*AUSTRIA), verantwortlich für das Teilprojekt TRAPEZ.Betriebe, in dem eine Toolbox für Führungskräfte entwickelt wurde, online diskutiert.

Zentrale Befunde der TRAPEZ.Analyse

Österreich hat den vierthöchsten Gender Pension Gap (GGP) im EU-Vergleich. Werden für einen EU-Vergleich die Alterseinkommen aller 64–79-Jährigen herangezogen, schneidet Österreich schlecht ab: Mit 39,5% liegt der GGP deutlich über dem EU-Durchschnitt. Nur in Luxemburg, Malta und den Niederlanden ist die Lücke noch größer. Estland hat mit 0,4 % der geringsten GGP vorzuweisen. „Die Hauptgründe für den hohen GGP sind u.a. die hohe Teilzeitquote, die längeren Erwerbsunterbrechungen und die branchenbedingten Verdienstunterschiede“, so die ehemalige Frauenministerin Ines Stilling unter Bezugnahme der Studienergebnisse.

CEO Andreas Matthä, Ines Stilling, Generalsekretärin im Sozialministerium und Initiatorin des Projekts TRAPEZ.Transparente Pensionszukunft, Ingrid Mairhuber, Mitautorin und Forscherin im Teilprojekt TRAPEZ.Analyse sowie Marion Koidl (ABZ*AUSTRIA)

Unternehmerische Verantwortung

„In den ÖBB sehen wir den Hebel beim Gender Pay Gap. Dabei setzen wir Maßnahmen, die über gesetzliche Verpflichtungen, wie z.B. die Erstellung von Einkommensberichten, hinausgehen. Mit den regionalen Gleichstellungsbeauftragten haben wir unternehmensintern ein System der Gleichbehandlung geschaffen, an die sich KollegInnen wenden können, wenn es z.B. eine Ungleichbehandlung bei der Entlohnung gibt. Ein weiteres Instrument, um Transparenz sicherzustellen und blinde Flecken zu identifizieren, stellt das neu verankerte Managementinformationssystem-Compensation (MIS-Compensation) dar. Mit diesem Tool können Führungskräfte Analysen zu Gehältern durchführen und erhalten einen Überblick zur Entlohnungssituation in ihrem Team. Wenn sich die Führungskraft das Teamgefüge ansieht, können Diversitätsaspekte Gender und Alter gleich mitbetrachtet werden“, konkretisiert CEO Andreas Matthä und nimmt die Führungskräfte in die Verantwortung, die Vergütungssituation stets im Auge zu haben.

Rechtzeitig Informationen einholen

Einig war man sich bei der Online-Diskussion auch, dass es zum Thema Pensionsvorsorge noch mehr an Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit bedarf. „Das Bewusstsein für das Thema Altersvorsorge ist leider noch immer sehr gering und daher müssen wir insbesondere auch Frauen besser informieren, v.a. welche Auswirkungen ihre Lebensentscheidungen auf die eigenständige finanzielle Absicherung im Alter haben“, so Ines Stilling. „Frauen tendieren eher dazu, dass sie sich zu spät mit dem Thema beschäftigen, da sie die aktuelle Lebenssituation unter einen Hut bringen müssen und es nicht schaffen, auch noch in Richtung Pension zu blicken“, ergänzt Ingrid Mairhuber und empfiehlt die TRAPEZ-Website und die TRAPEZ-Info-Videos zum Pensionssystem und den Absicherungsmöglichkeiten als Start der Recherche. Auch die Arbeiterkammer oder Pensionsversicherungsanstalt bieten hier Beratung an. Dass Unternehmen hier unterstützend wirken können, darauf verweist auch Marion Koidl von ABZ*AUSTRIA, „zum Beispiel mit der Möglichkeit, Führung in Teilzeit und geteilte Führung, voranzutreiben.“
Als erste wissenschaftliche Untersuchung in Österreich, liefert auch der Endbericht der TRAPEZ.Analyse nützliche Informationen zum Thema. Dass es weiteren Informationen bedarf, das war an den vielen Fragen der über 100 Kolleginnen, die im Chat waren, gut ablesbar.

Vielfältige Jobmöglichkeiten

Zum Abschluss des Online-Events haben Christian Unterberger, Abteilungsleiter Employer Branding & Recruiting, und seine Kolleginnen, Gerhild Bäk und Laura Lackner, relevante Informationen zu Recruiting Aktivitäten und spannenden Ausschreibungen präsentiert. „Seid mutig, ergreift die Initiative und tragt die Infos auch nach außen“, so die Message von Christian Unterberger an die Kolleginnen.

Informationen zu Jobangeboten finden Sie auf unserer Karriereseite.

Links