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Frauennetzwerk-Veranstaltung „Digitalisierung und Mobilität mit Zukunft“

Eine gelungene Kooperation stellte die Veranstaltung „Digitalisierung und Mobilität mit Zukunft“ dar, die im Rahmen des Frauennetzwerktreffens am 30.08 in der Unternehmenszentrale stattfand.

ÖBB und VCÖ luden an diesem Abend zu einer Podiumsdiskussion mit anschließendem informellen Ausklang, der die Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung gab. Der Einladung folgten über 100 Frauen aus den verschiedensten Bereichen der Wissenschaft und Wirtschaft.

Der Podiumsdiskussion voran ging eine inspirierende Keynote der Mobilitäts- und Smart-City-Expertin Katja Schechtner, in welcher sie das Publikum mit auf eine Reise in die Zukunft nahm. Eine Zukunft, in der sich unser Verständnis von Mobilität wandeln wird – genauso wie unser Stadtraum, unsere Lebensqualität und unser „Weg von A nach B“ verändern werden. Die Reise in die Zukunft visualisierte sich in den Köpfen des Publikums, indem Frau Schechtner dazu einlud, sich einen Wiener Gürtel mit viel Ruhe und frischer Luft vorzustellen, vereinzelt fahren Autos auf den verbliebenen Straßen, die meisten Straßenanteile, die man heute noch für die Vielzahl der täglichen AutofahrerInnen braucht, sind durch Grünanlagen ersetzt worden. Ein Blick in die Zukunft?

Möglich wäre es, beschreibt Frau Schechtner weiterführend und verweist auf aktuelle Forschungsergebnisse, welche sich auf die Stadt Lissabon beziehen und eine mögliche Zukunft mit nur 3 % der aktuell bestehenden Autos in Lissabon aufzeigen. Öffentliche Verkehrsmittel und sogenannte „shared mobility systems“ könnten BewohnerInnen von Lissabon trotzdem innerhalb einer halben Stunde zur ihrer Arbeitsstelle, sowie zu Freizeitangeboten als auch zu Shoppingmöglichkeiten bringen.

Was die Digitalisierung für Mobilitätsunternehmen bedeutet, wo die Chancen und Risiken liegen könnten, darüber diskutierte ein hochkarätiges Publikum, zusammengesetzt aus Katja Schechtner (Mobilitäts- und Smart-City-Expertin), Anna Steiger (Vizerektorin TU Wien), Christina Wieser (Betriebswirtin und Autorin des Management.Reports AK Wien), Marlies Temper (Studiengangsleiterin Data Science and Business Analytics FH. St. Pölten), Cattina Leitner (Rechtsanwältinanwärterin und AR in der ÖBB-Holding AG) und Agnes Kienast (Rechtsanwältin und AR in der ÖBB-PV AG). Fazit: First we imagine the future and then we make it so! So einfach kann Digitalisierung sein.

Statements der PodiumsteilnehmerInnen

Mobilitäts- und Smart-City-Expertin Katja Schechtner plädiert für einen angstfreien Umgang mit dem Thema „Digitalisierung“. Der Umstand, dass Digitalisierung unsere Mobilität, unsere individuelle und gesellschaftliche Gesundheit, als auch unsere gesamte Umwelt beeinflusst, bedeutet, dass, wir uns Wege zur Gestaltung unserer Zukunft gemeinsam anschauen und diskutieren sollten – ganz nach ihrem finalen Appell ans Publikum: „First we imagine the future and then we make it so”.

Juristin Cattina Leitner, Aufsichtsrätin ÖBB-Holding, sieht in der Zukunft vor allem eine Verbesserung der Planbarkeit, Informationsweiterleitung und Sicherheit für Reisende. Sie spricht sich gegen Angst vor der Digitalisierung aus, mit der Anmerkung, dass sich der Umgang von Technik gegenüber der Umwelt als verantwortungsbewusst darstellen muss. Die ÖBB hat aber auch in puncto Chancengleichheit eine gesellschaftliche Vorreiterrolle, welche intern als auch extern für eine gleichgestellte Gesellschaft eintreten muss.

Juristin Agnes Kienast, Aufsichtsrätin ÖBB-Personenverkehr, sieht durch flexiblere Arbeitsort- sowie Arbeitszeiteinteilung eine Chance für Frauen in der Arbeitswelt. Wenn es uns manchmal so scheint, als würde sich unsere Welt durch digitale Veränderungen immer schneller drehen, kann man auf einen guten Tipp von der Aufsichtsrätin zurückgreifen: „Die Zeit, die uns durch neue Technologien erspart bleibt, versuchen bewusst zu genießen.“

Betriebswirtin und Autorin des Management Reports AK Wien Christina Wieser sieht im Zuge der Digitalisierung eine Chance geschlechterspezifische Zuschreibungen zu überdenken und neu zu gestalten. In der Zukunft sieht Frau Wieser zwar bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen, aber nicht die automatische Zunahme von Frauen in Führungspositionen. Schon heute lege es bei Frauen weder an ihrer Qualifikation, ihrem Selbstbewusstsein noch an ihrer Motivation keine Positionen auf Führungsebene zu erhalten, sondern an einem nicht gleichberechtigten Auswahlprozess, der nur durch einen Kulturwandel in Unternehmen verändert werden kann.

Anna Steiger, Vizerektorin der TU Wien, setzt verschiedene Projekte entlang des gesamten Bildungsweges an, um noch mehr Mädchen und Frauen für technische Studiengänge begeistern zu können. Derzeit beträgt der Anteil der weiblichen Studierenden 28%, historisch gesehen ein Höchststand. Überdies hinaus stellt der Aspekt „Gender“ einen fixen Bestandteil in der Forschung und Lehre an der TU Wien dar: vom Studienbeginn an werden dazu verpflichtende Lehrveranstaltungen abgehalten. Sie hält aber auch fest, dass die Universität alleine nicht alles verändern kann und sieht ein gutes Beispiel für Unternehmen in der gesetzlich geregelten Quotenregelung der Universitäten.

Marlies Temper, Studiengangsleiterin Data Science and Business Analytics FH. St. Pölten, sieht in ihrem Studiengang ein Themenfeld, das gleichermaßen für Männer als auch für Frauen ansprechend wirkt. Durch die Vorführung von Use Cases und bereits vorhandenen Kooperationen mit Unternehmen können die Inhalte des Studiums leichter visualisiert werden. Mit einem positiven Blick Richtung Zukunft ist auch Frau Temper der Meinung, dass die Digitalisierung ein großes Potenzial mit sich bringt