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ÖBB-Netzwerktreffen: „Bildung muss sich Digitalisierung zunutze machen“

Ministerin Sonja Hammerschmid über die Bedeutung von Digitalisierung in den Schulen, die Veränderung bei Lehrberufen und die Einbindung von Unternehmen in die Bildung.

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Volles Haus gab es Anfang September in der Skylobby der Unternehmenszentrale: ÖBB-Diversity-Beauftragte Traude Kogoj hatte zum Netzwerktreffen mit Bundesministerin für Bildung, Sonja Hammerschmid, geladen. Gekommen sind Kolleginnen aus verschiedenen Bereichen des Unternehmens, im Publikum gesichtet wurden u. a. ÖBB-Aufsichtsratsvorsitzende Brigitte Ederer, INFRA-Vorständin Silvia Angelo, die Leiterin der ÖBB-HR Veronika Zügel, viele der neuen weiblichen Trainees sowie MitarbeiterInnen aus den Bundesländern.

Die Oberösterreicherin Sonja Hammerschmid war sechs Jahre lang Rektorin der Veterinärmedizinischen Universität Wien, als solche auch die erste Frau an der Spitze der Österreichischen Universitätenkonferenz, ehe sie im Juli 2016 Ministerin wurde. Mittlerweile ist das Autonomiepaket für Schulen verabschiedet und die Umsetzung läuft, Hammerschmid wünscht sich 5.000 zusätzliche LehrerInnen für die Volksschulen und Tablets für jedes Kind, denn: „Längst sitzen die Schülerinnen und Schüler mit ihrem Handy im Unterricht, das ist Fakt. Anstatt das zu verbieten, müssen wir den Umgang damit sinnvoll gestalten und uns die Digitalisierung zunutze machen.“

Digitales Wissen schaffen und nutzen

Längst geht es in den Schulen nicht mehr um die reine Vermittlung von Wissen, denn das kann im Internet in Sekundenschnelle abgefragt werden. Junge Menschen müssten aber lernen, wie man die neuen Medien richtig nutzt, Informationen filtert, wahr von falsch unterscheidet. Auch die PädagogInnen werden diesbezüglich geschult und unterstützt, es gibt Lernplattformen, Schulen vernetzen sich und geben Wissen weiter und Apps werden entwickelt, die das Lernen spannender machen sollen.

In Wien beispielsweise wurden rund 100 Schulen mit kleinen Robotern in Form von Bienen ausgestattet, die von den SchülerInnen programmiert werden können. Wie sich zeigt, sind Buben wie Mädchen begeistert dabei. „Wer früh beginnt, sich mit Technik und digitalen Möglichkeiten auseinanderzusetzen, bleibt auch dabei“, so Hammerschmid. „Das ist wichtig, denn wir merken, dass uns Mädchen mit 14 Jahren für den Technik- und Engineering-Bereich verloren gehen.“

Bildungs-Heterogenität

Stark verändern werden sich in Zukunft auch die Lehrberufe, viele Zweige ganz wegfallen, dafür neue entstehen. „Industrie und Unternehmen werden andere Anforderungen an den Nachwuchs haben als heute und es wird notwendig sein, näher zusammenzurücken.“ Schönes Beispiel dafür ist das Projekt einer Gruppe von Handelsschulen im Bregenzer Wald, die in der dreijährigen Ausbildungszeit eng mit ansässigen Unternehmen kooperieren. Die Unternehmen bringen ihre Anforderungen ein und stehen schon früh in Kontakt mit ihren zukünftigen MitarbeiterInnen.

Mädchen unterstützen

Der Umgang mit und die sinnvolle Nutzung von Digitalisierung wird Bildung in den nächsten Jahren also ebenso beeinflussen wie der demografische Wandel durch seine große Anforderung an gutqualifizierten Nachwuchs und die Veränderung von Berufsbildern inklusive der Forderung nach Gleichstellung von Mann und Frau im Job. Frauenquoten? „Nur als Erste-Hilfe-Maßnahme“, so Sonja Hammerschmid. „Wir müssen Frauen einfach noch mehr unterstützen und ein Weg dazu ist die Frühförderung schon ab der Volksschule.“