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Erste Generälin Österreich

Passend zum Nationalfeiertag, an dem das Bundesheer alljährlich eine Schau abhält, referierte die erste Generalin Österreichs, Kommandantin Andrea Leitgeb,  zum Thema Strategie im Open Innovation Lab der ÖBB-Unternehmenszentrale.

Über 40 Kolleginnen kamen, um mehr über die Arbeit beim österreichischen Bundesheer zu erfahren und wie es ist, in einer straff geführten und streng hierarchischen Organisation einen guten Job zu machen. Seit 1998 können Frauen beim Bundesheer anheuern. Der Anteil beträgt derzeit zwei Prozent. Die meisten von ihnen arbeiten als Unteroffizierinnen oder Heeressportlerinnen, im Offiziersrang arbeiten derzeit 65 Frauen, davon 31 im medizinischen Bereich und auch im internationalen Bereich wie Andrea Leitgeb.

Ungewöhnliche Berufung

Als Kommandantin der Sanitätsschule des Österreichischen Bundesheeres und somit auch als erste Frau im Generalsrang,  ist Andrea Leitgeb Vorbild für viele Frauen im Heer sowie auch außerhalb ihres Berufsfeldes. Zum Bundesheer zu gehen war nicht ihr ursprünglicher Plan. Ärztin zu werden, das wollte sie immer schon. Sie verließ Tirol, um in Wien zu studieren. Nach ihrer Promotion absolvierte sie die Ausbildung zur Allgemeinmedizinerin, es folgte die Facharztausbildung für Allgemeinchirurgie. Sie arbeitete in der Wiederherstellungschirurgie in San Francisco und Chirurgie in Luxemburg. Es war dann mehr Zufall als Plan, sich beim Bundesheer zu bewerben. Es folgten militärische Grundausbildung bei der Garde in Wien und die militärmedizinische Basisausbildung. Mit Juli 2001 wurde sie als Majorärztin übernommen. Bald darauf folgte ein Auslandseinsatz auf dem Golan: „Das österreichische Bataillon war bekannt für die außergewöhnlich gute ärztliche Versorgung.“ Das sprach sich auch bei der Zivilbevölkerung herum.

Mittlerweile ist Andrea Leitgeb seit 16 Jahren beim Heer. Sie führt ein Team aus 32 Personen. Ihren Führungsstil beschreibt Leitgeb als teamorientiert: „Mir sind Gespräche wichtig. Die Tür meines Büros steht offen.“ Die Ausbildung des medizinischen Personals liegt genauso in ihren Händen wie die Arbeit an einer nationalen wie internationalen Strategie zur medizinischen Versorgung im Krisenfall. Strategisches Denken zählt zur Kernkompetenz der Arbeit beim Bundesheer. Sich in einer militärischen Organisation als Frau zu behaupten, braucht Authentizität, klare  Regeln, Bodenständigkeit und Durchhaltevermögen. Es zahlt sich aus. Für Andrea Leitgeb zählt das Bundesheer zum spannendsten Arbeitgeber des Landes.