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Nicht allein auf weiter Flur

Zwischen Eisenstadt und Bregenz, Linz und Klagenfurt liegen nicht nur rund 5.000 Kilometer Streckennetz. Daran angrenzend erstrecken sich auch bunte Wiesen, tiefe Wälder und verwunschene Aulandschaften. Alles wertvolle Lebensräume für eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen, die die ÖBB schützen und erhalten möchten.

Wussten Sie, dass:

  • entlang der Koralmbahn Schafe und Ziegen zur Beweidung und Bekämpfung des Japanischen Staudenknöterichs eingesetzt werden?
  • die ÖBB-Infrastruktur AG Eigentümerin von mehr als 4.000 Hektar Wald ist?
  • die Lehrlinge in der Lehrwerkstätte Floridsdorf über 200 Insektenhotels gebaut haben? Ein Teil davon wird entlang der Südstrecke aufgestellt werden.
  • die biologische Vielfalt eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen ist? Sie hat Auswirkungen auf viele Bereiche wie etwa Rohstoffversorgung, Ernährung, Gesundheit und den Schutz vor Naturkatastrophen.

Die Bahntrassen der ÖBB bieten einer Vielzahl an Arten wichtige Lebensräume und Rückzugsgebiete. So liebt zum Beispiel die Smaragdeidechse die trockenen und warmen Stellen an den Bahnböschungen. Fühlt sich der Wasserschlauch – eine fleischfressende Wasserpflanze – in den Kärntner Retentionsbecken der Bahn wohl und ist dabei in bester Gesellschaft vieler seltener Vogelarten, wie etwa des Blaukehlchens. So vielfältig wie die Arten sind auch die Projekte, die die ÖBB-Infrastruktur umsetzt, um sie zu schützen. Wir stellen einige von ihnen vor.

Schutz von Wildtieren

Wir können zwar nicht den Hasen vor dem Uhu schützen, aber sehr wohl den Uhu vor Stromschlägen und den Hasen vor den Schienen. Dazu werden Vogelschutzhauben auf Strommasten entlang der Bahn angebracht, wo sich Greifvögel und Eulen gerne zum Spähen niederlassen.  An Stellen, an denen es traditionell Wildwechsel gibt, bauen die ÖBB Wildquerungshilfen in Form von Brücken oder Unterführungen. Außerdem läuft aktuell ein Forschungsprojekt zu akustischen und optischen Wildwarnanlagen.

Vogelschutzhaube auf Strommasten
Ziegen

Projekt Schazi im Kampf gegen Neophyten

Entlang der Koralmbahn hat sich an vielen Stellen eine bei uns nicht einheimische Pflanze – ein Neophyt – ausgebreitet und überwuchert alles. Die wollige Lösung: Man lässt Schafe und Ziegen die betroffenen Stellen über Jahre beweiden, um das Wachstum des Staudenknöterichs wieder in die Bahnen zu lenken. Zusätzlich spart man sich damit auch die aufwendige Entsorgung des Mähgutes.

Gebt den Bienen Berberitzen

In Zusammenarbeit mit den Kärntner Imkerverbänden wurden die neu entstandenen Flächen entlang der Koralmbahn mit Gehölzen und Sträuchern bepflanzt, die den Bienen übers Jahr eine gute Futterquelle bieten. Hier wachsen nun Holunder, Weißdorn oder Berberitze. Das freut die Bienen.

Bodyguard Wald

Erhaltenswert und pflegebedürftig ist auch ein anderer Lebensraum: der Wald. Und zwar ganz konkret zum Schutz unserer Fahrgäste und Anlagen. Wälder schützen uns vor Naturgefahren wie etwa Steinschlag, Erosion oder Lawinen. Die ÖBB-Infrastruktur ist Eigentümerin von mehr als 4.000 Hektar Wald. Und genau diese Flächen gilt es, unter Kontrolle zu haben und zu pflegen. Denn wie man in den Wald ruft, so schallt es bekanntlich zurück.

Zahlen und Fakten

  • Bei Bahninfrastrukturprojekten müssen gemäß Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVP) ökologische Ausgleichsmaßnahmen umgesetzt werden. Im Juli 2016 waren 30 Bahnprojekte in der UVP-Datenbank des Umweltbundesamtes angeführt.
  • In dieser Zeit wurden durch die ÖBB in ganz Österreich viele Hundert Hektar ökologischer Ausgleichsflächen geschaffen, und zwar oft viele Jahre bevor in der Region die Bahnstrecke in Betrieb ging. Diese Flächen werden immer wieder gerne von AnrainerInnen als Naherholungsräume genutzt, häufig wurden zusätzlich auch Infopfade eingerichtet.
  • Im Zuge der Ausgleichsmaßnahmen beim Bau des Semmering-Basistunnels werden ab 2022 20.000 Bäume auf zwölf Hektar gepflanzt. Sie alle müssen per Gesetz aus autochthoner, also ureinheimischer Vermehrung stammen.
  • Die rechtliche Grundlage der Initiativen zum Natur- und Artenschutz bildet die EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, die in den Naturschutzgesetzen der neun Bundesländer umgesetzt wurde.
  • Die ÖBB sind Eigentümerin von 4.239 Hektar Wald im Sinne des Forstgesetzes, das entspricht etwa 22 % der gesamten ÖBB-Grundstücksflächen.
  • Im Baumkataster sind alle Bäume auf ÖBB-Grundstücken wie etwa am Bahnhofsgelände oder auf Park&Ride-Parkplätzen vermerkt. Es sind fast 20.000 Bäume, die jährlich untersucht werden.