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Aus Post wird Bahnhof - Recycling mit baulichem Mehrwert

Bevor der Bau des neuen Hauptbahnhofs Wien beginnen konnte, musste erst Bestehendes abgebrochen werden. 1,7 Mio. Tonnen Material wurden entsorgt und, soweit möglich, für die Wiederverwertung aufbereitet.

Der eigentliche Abbruch begann im Oktober 2008 mit fast 100 Gebäuden im Frachtenbahnhof, der Bahnverladung und dem Postkomplex hinter dem Südbahnhof. Letzterer war das erste und zugleich größte Abbruchprojekt. Der Komplex, wo die Post- und Paketverzollung und -verteilung stattgefunden hatten, bestand aus mehreren, untereinander verbundenen Objekten, bis zu 35 Meter hoch und 11 Meter tief. Insgesamt eine Baufläche von ca. 41.000 Quadratmetern und ein umbauter Raum von 550.000 Kubikmetern.

Insgesamt fielen alleine beim Postkomplex rund 100.000 Kubikmeter Material an. Gleich vor Ort wurde dieses sortenrein getrennt und aufbereitet. Mit einer so genannten mobilen Brecheranlage wurden die Trümmer der alten Gebäude in kleinste Teile zerrieben und von ihren Stahlbestandteilen getrennt. Das Beton-Granulat wurde unter anderem dazu verwendet, um die ehemalige Ostbahnstrecke im Durchgangsbahnhof auf das gleiche Niveau wie die Südbahnstrecke zu bringen. Der Rest waren vor allem wiederverwertbare Wertstoffe wie Metalle, Holz und Glas. Aber auch 10.000 Leuchtstoffröhren wurden demontiert und gesammelt.

Brecheranlage

Zug- statt LKW-Kraft

Auf der riesigen Baustelle des Hauptbahnhofs mussten durch Aushübe und den Abriss alter Gebäude insgesamt 600.000 Tonnen Material entfernt werden. Für den Abtransport dieser Masse hätte man 30.000 LKW-Fuhren benötigt. Die ÖBB haben stattdessen ein eigenes Gleis gelegt und das Material per Zug abtransportiert.