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Ein Klima wie im Urlaub

Angenehme 20 Grad das ganze Jahr über und saubere Luft – der Wiener Hauptbahnhof spielt auch haustechnisch alle Stückerl.

Üblicherweise hat ein Gebäude, das sich in die Höhe streckt, Fenster, die man öffenen kann. Für die/den HaustechnikerIn – und das auch für die zuständigen Behörden – sind diese daher Teil der Lüftung. Bei einem Gebäude, das unter der Erde liegt, ist das nicht so. Dieses muss zu 100 Prozent mechanisch belüftet werden. Entsprechend ziehen sich quer durch den gesamten Hauptbahnhof kilometerlange Blechkanäle, die frische Luft wieder herausholen. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile. Vorteile sind, dass die Luft gefiltert, be- oder entfeuchtet und beheizt oder gekühlt werden kann. Man kann also das ganze Jahr über für ein konstantes und perfektes Klima sorgen. Für den Hauptbahnhof Wien wurden dafür 20 Grad als ideale Temperatur festgelegt.

Halle Hauptbahnhof Wien

Ein Wert, der für Reisende mit Bekleidung und Gepäck nicht zu warm ist, aber auch nicht zu kühl für die im Bahnof und in den Geschäften der BahnhofCity Arbeitenden. Da sich die Luft in den Innenräumen in der Abhängigkeit der Außentemperatur, aber auch durch die Körperwärme von Tausender Personen, Beleuchtung, Maschinen und Geräte aufwärmt, muss diese vor allem im Sommer gekühlt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Lage beschränkt sich die Energie, die es zum Kühlen braucht, die sogenannte Kühllast, jedoch auf 5 Megawatt. In einem oberirdischen gläsernen Bürogebäude wären es 8 Megawatt, ein Energiemehraufwand von 60 Prozent.

Im Sinne der nachhaltigen Energienutzung beim Hauptbahnhof Wien wird ein Teil der Wärme zudem rückgewonnen und die sogenannte Erstenergie mithilfe von Geothermie und Photovoltaik selbst produziert. Eine Produktion, die beispielsweise ausreicht, dass das komplette Einkauszentrum bis zu einer Außentemperatur von -7 Grad über die im Boden installierte Fußbodenheizung auf 20 Grad gehalten werden kann. Die darüber hinaus benötigte Energie wird im Winter durch Fernwärme und im Sommer durch Fernkälte in das System eingespeist. Regelkreise, die ebenfalls mithilfe intelligenter Haustechnik gelöst wurden.

Die mechanische Be- und Entlüftung, samt Filterung, Heizung und Kühlung der Außenluft, sorgt dafür, dass sich die Frischluftzufuhr, abhängig von der Außentemperatur, auf im Schnitt zwischen 10 und 15 Prozent beschränkt. Gesteuert wird diese Luftzufuhr beim Hauptbahnhof über den CO2-Gehalt der Luft. Sensoren in den Räumen messen dazu laufend die Luftqualität. Steigt der CO2-Gehalt der Luft, sind also mehr Menschen im Raum, wird automatisch mehr Frischluft zugeführt. Umgekehrt wird die Luft in Räumen, wo sich selten Menschen aufhalten, mit weniger Frischluft durchströmt. Dieser Raum ist quasi im Energiesparmodus, der Frischluftmodus wird erst aktiviert, wenn sich Menschen darin aufhalten.