Einkaufsgrundsätze im ÖBB-Konzern
Wir vergeben unsere Aufträge zu Bauleistungen, Lieferungen und sonstigen
Leistungen im Wettbewerb an leistungsfähige Anbieter im In- und Ausland.
Grundsätze unserer Einkaufspolitik im einzelnen sind:
- Wir beschreiben geforderte Leistungen und Lieferungen in der Regel nach funktionalen Gesichtspunkten.
- Wir bevorzugen - möglichst bereits erprobte - Lösungen auf hohem technischen Stand.
- Wir erwarten wertanalytische und wertgestaltende Fragestellungen und Lösungsvorschläge.
- Wir begrüßen Alternativangebote, die die gestellten Mindestanforderungen erfüllen sowie Substitutionsvorschläge für scheinbar "einmalige" Erzeugnisse, Komponenten und Verfahren.
- Wir sind bei quantifizierbaren Kosten- und Zeitvorteilen an Generalunternehmerschaft bzw. Systemeinkauf grundsätzlich interessiert.
- Wir erwarten eine auf hohem Niveau praktizierte Qualitätssicherung des Anbieters und unterstützen ihn dabei.
Grundsätzlich vergeben wir unsere Aufträge zu Festpreisen. Sofern
in Ausnahmefällen Preisanpassungen vereinbart werden, sind nebst gegenseitig
anerkannten Teuerungsindikatoren auch die Entwicklung der ausgewiesenen Produktivität
sowie der relevanten Marktpreise zu berücksichtigen.
Verlängerte Gewährleistungen und Verfügbarkeitsgarantien erhöhen
die Auftragschancen unserer Anbieter. Der Einkäufer des ÖBB-Konzerns werden mit diesen Grundsätzen eine konsequente Strategie der Markterweiterung bei gleichzeitiger Konzentration
auf "Kernlieferanten" betreiben.
Vergabekriterien
Die ÖBB vergeben ihre Aufträge auf der Basis funktionaler Leistungsbeschreibungen und objektiv bewertbaren Kriterien nach den Sektorenbestimmungen des Bundesvergabegesetzes.
Diese werden grundsätzlich in den Ausschreibungsunterlagen bekanntgegeben.
Wesentlich für unsere Vergabeentscheidungen sind:
- Zuverlässigkeit und Qualität der Leistungen und Lieferungen
- Preise und Lebensdauerkosten
- Termintreue und Servicefähigkeit sowie
- technisch/wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Kreativität der Anbieter.
Besondere Bedeutung messen wir für die umweltfreundliche Bahn auch den Vorschlägen zu Verzicht, Abbau und Substitution umweltbelastender Produkte bei sowie der vorausschauenden, umweltverträglichen Lösung von Entsorgungsfragen und den damit im Zusammenhang stehenden Kosten.
Partnerschaft mit Lieferanten
Die ÖBB bekennen sich zu einer fairen und vertrauensvollen Partnerschaft, in welcher Leistungen, Gegenleistungen, Chancen und Risiken in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. In allen Beschaffungsbereichen mit hohem Wertschöpfungspotential sind sie an der Weiterentwicklung der normalen Lieferantenbeziehung zu einer echten Partnerschaft interessiert, mit dem Ziel
- Die Zuverlässigkeit und Qualität der eingekauften Lieferungen und Leistungen und damit ihre eigenen Angebote zu verbessern,
- die Entwicklungs- und Fertigungszeiten zu verkürzen, um ihre Dienstleistungen schneller und effizienter auf den Markt zu bringen,
- die Angebotspreise im Wettbewerb und die Herstellungskosten durch gemeinsame wertgestaltende Maßnahmen deutlich zu senken, sowie
- den Informationsfluß von und zu ihren Partnern schneller und effektiver zu gestalten.
Kostensenkungen sollen durch kontinuierliche Verbesserungsprogramme erreicht werden; Qualität steht somit geforderten Preissenkungen nicht im Wege. Kostensenkungsmaßnahmen und Einsparungserfolge führen im Sinne der fairen Partnerschaft zu Vorteilen für beide Partner.



